
Praxis
Heilpraktikerin für Psychotherapie
Sabrina Christiane Freifrau von Neubeck
SABI – Stabilisierende Anteilearbeit mit Bild und Imagination
Stabilität, innere Distanz und neue Handlungsmöglichkeiten
Manche Erfahrungen liegen in der Vergangenheit und wirken dennoch bis in die Gegenwart hinein. Ein Geräusch, ein Blick, ein Konflikt oder ein bestimmtes Gefühl kann alte Schutzreaktionen auslösen – auch wenn ein erwachsener Teil von Ihnen weiß, dass die damalige Situation vorüber ist.
SABI ist ein von mir entwickeltes integratives Arbeitsmodell. Es verbindet stabilisierende Anteilearbeit mit inneren Bildern, Imagination, Ressourcenaktivierung und einer klaren Orientierung im Hier und Jetzt. Im Mittelpunkt steht nicht die Frage, was mit Ihnen nicht stimmt, sondern was Ihnen geholfen hat zu überleben, was Sie heute belastet und was Ihre inneren Anteile jetzt benötigen.
Innere Anteile verstehen und unterstützen
Innere Anteile können unterschiedliche Gefühle, Bedürfnisse, Erinnerungen und Schutzstrategien tragen. Manche sind ängstlich oder verletzt, andere kritisch, kontrollierend, leistungsorientiert oder besonders wachsam. Auch Rückzug, Erstarrung, Anpassung oder innere Distanz können einmal wichtige Möglichkeiten gewesen sein, mit Überforderung umzugehen.
In der gemeinsamen Arbeit werden diese Seiten nicht bekämpft oder weggedrängt. Wir versuchen, ihre Aufgabe zu verstehen, hilfreiche Schutzfunktionen zu würdigen und zugleich zu prüfen, was im heutigen Leben nicht mehr notwendig oder sogar belastend ist. Verletzte oder hilfsbedürftige Anteile können Unterstützung erhalten; belastende Einflüsse und innere Dynamiken dürfen klar begrenzt werden.
WICHTIG
Die Vergangenheit lässt sich nicht verändern. In der Imagination kann jedoch eine neue innere Erfahrung entstehen: Ein Anteil bleibt nicht mehr allein, erhält Schutz und Unterstützung, erlebt Grenzen und gewinnt Handlungsmöglichkeiten, die damals nicht zur Verfügung standen.

DIE VIER SCHRITTE
S – Stabilisieren
Bevor Belastendes näher betrachtet wird, braucht es möglichst viel innere und äußere Sicherheit. Wir stärken die Orientierung im gegenwärtigen Moment und entwickeln Möglichkeiten, Anspannung zu regulieren und bei aufkommenden Gefühlen handlungsfähig zu bleiben.
Persönliche Ressourcen, hilfreiche innere Bilder, schützende Vorstellungen und unterstützende innere oder äußere Helfer können dabei eine tragende Grundlage bilden. Was als stabilisierend erlebt wird, ist individuell und wird gemeinsam mit Ihnen entwickelt.
A – Abstand gewinnen
Abstand bedeutet nicht, Erlebtes kleinzureden oder Gefühle abzuschneiden. Es geht darum, zwischen Damals und Heute unterscheiden zu können und Belastendes aus einer sicheren inneren Position zu betrachten, ohne davon überwältigt zu werden.
Imagination kann helfen, Nähe und Distanz bewusst zu regulieren – beispielsweise über räumliche Vorstellungen, einen geschützten Beobachtungsort oder eine begrenzende Bildfläche. Sie bestimmen, wie nah etwas kommen darf und wann wieder mehr Abstand benötigt wird.
B – Begrenzen und Bestärken
Belastende Einflüsse, verletzende innere Botschaften oder überfordernde Dynamiken brauchen klare Grenzen. Gleichzeitig sollen besonders verletzte, kindliche oder hilfsbedürftige Anteile nicht erneut allein bleiben, sondern Schutz, Zuwendung und verlässliche Unterstützung erfahren.
Der heutige erwachsene Anteil und – wenn es für Sie stimmig ist – weitere hilfreiche innere Begleiter können eingreifen, schützen und das ermöglichen, was damals gefehlt hat. So können Anteile in der Vorstellung ihre Bedürfnisse ausdrücken, Grenzen setzen, Unterstützung annehmen und wieder mehr Einfluss auf das eigene Erleben gewinnen.
I – Integrieren
Neue innere Erfahrungen sollen nicht nur während der Sitzung bestehen. Wir schauen, wie Sicherheit, Schutz, Selbstmitgefühl und Handlungsmöglichkeiten im gegenwärtigen Erleben verankert und in den Alltag übertragen werden können.
Integration bedeutet für mich nicht, dass alle inneren Seiten gleich werden müssen. Vielmehr dürfen sie in eine bessere Verbindung kommen, neue Aufgaben finden und erleben, dass heute ein erwachsener, handlungsfähiger Anteil Verantwortung übernehmen kann.
KEIN STARRER ABLAUF
Die vier Schritte sind eine Orientierung, keine feste Reihenfolge, die abgearbeitet werden muss. Wenn mehr Sicherheit oder Abstand benötigt wird, kehren wir jederzeit zur Stabilisierung zurück. Ihr Erleben, Ihr Tempo und Ihre Grenzen geben den Weg vor.
Mit Bildern arbeiten – ohne etwas leisten zu müssen
In der Imagination können beispielsweise Orte, Räume, Landschaften, Farben, Symbole, schützende Grenzen oder hilfreiche Figuren entstehen. Manche Menschen sehen solche Bilder sehr deutlich, andere nehmen eher Körperempfindungen, Stimmungen, Worte oder eine ungefähre Vorstellung wahr. Beides ist vollkommen in Ordnung.
Sie müssen keine besonders ausgeprägte Vorstellungskraft besitzen und nichts „richtig“ machen. Die Bilder werden nicht von außen gedeutet. Entscheidend ist, welche Bedeutung sie für Sie haben und ob sie Ihnen mehr Orientierung, Schutz und Handlungsspielraum ermöglichen.
Sie behalten die Kontrolle
Sie entscheiden, womit wir arbeiten, was Sie erzählen möchten und wann etwas unterbrochen oder verändert werden soll. Nicht jede belastende Erfahrung muss ausführlich geschildert werden. Ein Stoppsignal, das Öffnen der Augen, Bewegung und die bewusste Orientierung im Raum bleiben jederzeit möglich.
SABI wird an Ihre aktuelle Stabilität, Ihre Lebenssituation und Ihr therapeutisches Anliegen angepasst. Bei akuter Instabilität oder wenn eine weiterführende Behandlung erforderlich ist, klären wir gemeinsam, welche fachärztliche, psychiatrische oder spezialisierte Unterstützung zusätzlich notwendig ist.
Was SABI unterstützen kann
Je nach Anliegen kann die Arbeit darauf ausgerichtet sein, dass Sie:
-
sich im Hier und Jetzt sicherer und besser orientiert erleben,
-
Belastendes mit angemessener innerer Distanz wahrnehmen können,
-
eigene Reaktionen und Schutzstrategien verständlicher einordnen,
-
verletzte oder hilfsbedürftige Anteile unterstützend begleiten,
-
belastende Einflüsse und innere Dynamiken klarer begrenzen,
-
Ressourcen, Selbstmitgefühl und Selbstwirksamkeit stärken und
-
neue Handlungsmöglichkeiten in Ihren Alltag übertragen.
Welche Ziele für Sie passend und erreichbar sind, wird individuell besprochen. Eine bestimmte Wirkung oder ein bestimmter Verlauf kann nicht zugesichert werden.

Ein behutsamer Weg zu mehr innerer Sicherheit
SABI bietet einen Rahmen, in dem Schutz und Veränderung zusammengehören. Belastendes muss nicht verdrängt werden – und Sie müssen sich ihm auch nicht schutzlos aussetzen. Gemeinsam suchen wir nach einem Weg, der Ihre inneren Anteile ernst nimmt und Ihre heutige Handlungsfähigkeit stärkt.
Wenn Sie erfahren möchten, ob diese Form der Arbeit zu Ihrem Anliegen passen könnte, können Sie mir eine kurze Nachricht senden.
